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Recht auf hoher See: Verbrechen auf Booten und Flucht in internationale Gewässer
Die Weltmeere bedecken mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche und gelten als eine der letzten weitgehend unregulierten Zonen. Während Staaten an Land über detaillierte gesetzliche Rahmenwerke verfügen, herrscht auf See oft eine rechtliche Grauzone. Das liegt nicht daran, dass es keine Gesetze gibt, sondern an der Schwierigkeit ihrer Durchsetzung. Besonders in internationalen Gewässern, jenseits der Zwölfmeilenzone eines Landes, ist das staatliche Gewaltmonopol praktisch aufgehoben. Genau diese juristische Besonderheit macht das Meer für viele Akteure interessant, die sich den Zugriff staatlicher Behörden entziehen wollen. Die hohe See wird so zu einem Zufluchtsort für alle, die eine Konfrontation mit nationalen Rechtssystemen vermeiden möchten, sei es aus wirtschaftlichen, politischen oder kriminellen Motiven.